Geistliche Impulse



GOTTESDIENST ZU HAUSE


Räumlich getrennt, aber nicht isoliert!
Im Gebet miteinander verbunden.

 

 

 

Wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, da ist Jesus Christus mitten unter ihnen.
Gott sei Dank!


Das heißt: Auch wenn derzeit keine regulären Gottesdienste stattfinden, wird überall auf der Welt weiter gebetet, gesungen, hört Gott zu und ist nah. Wir wünschen Ihnen mit diesem Ablauf und den abgedruckten Gedanken einen gesegneten Gottesdienst - wann und wo immer sie ihn feiern.


Bleiben Sie behütet, Ihre Vikarin Franziska Geißler

 

 

Ablauf zum Mitsprechen und Mitbeten:


KERZE ANZÜNDEN


STILLE


GEBET

Gott,
ich bin hier / wir sind hier.
Du bist auch da.
Wir sind mit dir und durch deinen Geist mit anderen,
die zu Dir beten, verbunden.
Und so feiere ich / so feiern wir, in deinem Namen Gottesdienst.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.


AUS PSALM 91

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem HERRN:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.
Denn der HERR ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht.
Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.
Er ruft mich an (spricht der HERR), darum will ich ihn erhören;
ich bin bei ihm in der Not,
ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen.
Amen.


BIBELTEXT: Jesaja 40,27-31

Warum sprichst du denn: „Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber“? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.


GEISTLICHER IMPULS:

Die uralte Erfahrung, müde und matt zu sein ist heute noch viel verbreiteter als zu biblischen Zeiten. Gerade in diesen Tagen, die von den Anstrengungen gegen die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus geprägt sind, höre ich erschöpfte Stimmen, die sagen: „Ich kann nicht mehr. Ich habe solche Angst, vor der Zukunft.“ , „ Ich habe einfach keine Kraft mehr. Zu gar nichts. Ich bin erschöpft.“


Jeder Tag hält neue Maßnahmen zur Eindämmung, aber auch weitere steigende Zahlen von Infizierten, wie auch Todesmeldungen bereit. Wen wundert es da, dass Menschen in diesen Zeiten an die Grenzen ihrer Kräfte geführt werden. Wenn nun die Kräfte und der Mut am Schwinden sind, wenn Hoffnungslosigkeit immer mehr Raum gewinnt, wie tröstet nun der Prophet Jesaja die Müde Gewordenen?


Dreierlei rät er ihnen: 1.Schaut auf und seht Gottes Werke! 2. Schaut zurück und bedenkt Gottes bisheriges Wirken! 3. Schaut hin! Gott ist groß und wird nicht müde!


Das sind nicht bloß Appelle. Das sind Ratschläge, die dem Müde Gewordenen in unserer Zeit wieder ein Ziel geben für sein Leben und Arbeiten, sein Glauben und Hoffen. Genau das aber brauchen Lebens –müde – Menschen, junge und ältere.


Für das Zuwachsen der Kräfte gebraucht der Prophet ein wunderschönes Bild. Die Kraft des Adlers ist bekanntlich in seinen riesigen Flügeln. Diese Kraft wird am besten entfaltet, wenn das Tier sich überlässt, sich tragen lässt von den Aufwinden, die ihm von unten her Auftrieb geben und an Höhe gewinnen lassen. Nicht nervöses Flattern und Flügelschlagen bringen ihn nach oben sondern dieser Instinkt, in Ruhe diesem Aufwind zu vertrauen und sich nach oben gleiten zu lassen mit Hilfe der Thermik. Aktionismus und Strampeln hilft wenig. Vertrauen hebt einen in die Höhe. So können wir erleben, dass wir selbst Aufwind bekommen durch das schauen auf Gottes Werke und auf die unauslöschliche Spur, die Gott in Jesus auf unserer Erde hinterlassen hat, an deren Ende wir Licht sehen, das Licht der Auferstehung.


Ich kann beobachten, wie die Menschen näher zusammenrücken. Das gesellschaftliche Leben ist nahezu stillgelegt. Versammlungen sind verboten, Körperkontakt soll vermieden werden. Alles, was wir tun können, ist mit Liebe und Besonnenheit auf uns zu achten und auf unseren Nächsten zu schauen. Neue Formen von Kommunikation müssen gefunden werden. Telefonate mit den Lieben werden häufiger und intensiver in diesen Tagen geführt. Liebe Worte über den Gartenzaun ausgetauscht. Hilfsangebote werden ausgesprochen. Manch einer greift zurück auf Papier und Briefumschlag. Die neuen Spielregeln der Kommunikation fordern uns heraus, alte gewohnte Pfade zu verlassen. Nur so kann Neues entstehen – und es entsteht.


Das macht Mut!


Wir dürfen uns gerade in dieser besonderen Zeit von Gott getragen wissen. Er ist bei uns! Er ist in den Krankenhäusern und Pflegeheimen; bei den Menschen, die krank sind; die gerade unter dem neuartigen Corona-Virus leiden; die in Quarantäne warten müssen; die über ihre Kräfte hinaus arbeiten. Er ist bei uns gerade jetzt in diesem Moment, am Küchentisch, im Wohnzimmer, wo auch immer! In dieser Hoffnung dürfen wir auch in die Zukunft blicken.


Ganz im Vertrauen darauf, dass Gott da ist und uns hört.
So bewahre uns der Friede Gottes. Amen.


FÜRBITTGEBET

Gott, wie unzählige andere Menschen wenden wir uns an dich. Wir bringen Dir, was uns bewegt. Das Schöne und das Schwere.

Stille

Wir denken an alle, die wir lieben. Was tun sie gerade?

Stille

Wir denken an alle Kranken und bitten dich um Trost, Beistand und Heilung!

Stille

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind, weil sie keine Besuche bekommen dürfen oder in Quarantäne sind.

Stille

Wir denken an alle, die in dieser Tagen helfen; die sich, ihre Kraft und ihre Gaben für andere einsetzen.
Stille

Gott, wir alle sind deine Menschen. Wir sind miteinander verbunden, atmen die Luft deiner Schöpfung. Wir beten zu Dir mit den Worten, die uns im Herzen wohnen:

Stille


VATERUNSER

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

SEGEN

Gott segne uns und behüte uns
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig
Gott erhebe sein Angesicht auf uns
und schenke uns Frieden
Amen.


STILLE


KERZENLICHT ERLÖSCHEN

Einladung zur Andacht


Herzlich Willkommen!

 

Wir laden Sie mit dieser Andacht ein mit Gott ins Gespräch zu kommen. Sie können die folgenden Gebete und Texte laut oder leise, ganz für sich allein, beten und lesen. Bleiben Sie wohlbehütet!

 

Gebet aus Psalm 36

HERR, deine Güte ist unvorstellbar weit wie der Himmel, und deine Treue reicht so weit, wie die Wolken ziehen.

Deine Gerechtigkeit ist unerschütterlich wie die mächtigen Berge, deine Entscheidungen sind unermesslich wie das tiefe Meer. Mensch und Tier erfahren deine Hilfe, HERR!

Wie kostbar ist deine Güte, o Gott: Bei dir finden Menschen Schutz und Sicherheit.

Aus dem Reichtum deines Hauses schenkst du ihnen mehr als genug, mit Freude und Glück überschüttest du sie.

Denn du bist die Quelle – alles Leben strömt aus dir. In deinem Licht sehen wir das wahre Licht.

 

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes im 15. Kapitel

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe!

Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und bleibe in seiner Liebe.

Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde.

Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch liebe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe. Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt.

 

Bleiben Sie gedanklich noch einen kurzen Moment beim Text.

Gedankenimpulse: *Liebe *Freude *Erwählung *Frucht

Was denke ich? Was fühle ich?

Was bedeutet es für mein Leben?

 

Gebet

Wie Bäume auf festen Grund

so strecken wir unsere Wurzeln zu dir, Gott.

Du nährst uns,

du stärkst uns.

Die Frucht unseres Lebens wächst aus deiner Kraft.

Lob und Dank sei dir in Ewigkeit.

 

Fürbitten

Wo die einen neu geboren ins Leben gerufen werden, rufst du andere von uns bereits ins ewige Leben zu dir. Wir bitten dich, segne Ausgang und Eingang gleichermaßen!

Sei denen nahe, die in Quarantäne einsam und isoliert sind, schenke Trost und Hoffnung denen, die verzweifelt sind und ermögliche den an Corona erkrankten rasche Genesung!

Mache deinen Geist stark bei Verantwortlichen in Politik und Kirche für ein besonnenes Vorgehen und kluges Handeln. Und deine Kraft mache groß in allen Helfenden in Krankenhäusern, in Pflegeeinrichtungen, in Notdiensten, Kirchen und der Seelsorge.

 

 

 

Wir vertrauen auf dich und deine nie endende Liebe und bitten:

Gott, erbarme dich!

 

 

 

 

 

 

 

In Freude und Dankbarkeit bete ich zu dir:

 

 

 

 

 

 

 

Vater unser im Himmel,

 

 

 

geheiligt werde dein Name,

 

 

 

dein Reich komme,

 

 

 

dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

 

 

 

Unser tägliches Brot gib’ uns heute,

 

 

 

und vergib’ uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 

 

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

 

 

 

sondern erlöse uns von dem Bösen,

 

 

 

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

 

 

Amen

 

 

 

 

 

 

 

Segen

 

 

 

Gott des Friedens, Herr, Jesus Christus, mein ständiger Begleiter, leite mich auf dem Weg der Hoffnung und schenke mir deinen Frieden, deine Liebe und Stärkung durch deinen Geist. So segne mich, dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.